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Die Kommunikation kommt in der Krise zu kurz

10. Dezember 2022
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Die Energiekrise stellt die Energieunternehmen auch im Hinblick auf die Kommunikation mit Aufsichtsräten oder Kundinnen und Kunden vor Herausforderungen.

con|energy consult bietet mit verschiedenen Formaten Unterstützung an, wie Heike Hahn, Partnerin der Unternehmensberatung mit Sitz in Essen und Berlin, im Kurzinterview mit Chris Seelos erläutert (energate messenger vom 05.10.2022). 

energate: Conenergy Consult will Stadtwerke bei der Kommunikation gegenüber verschiedenen Stakeholdern unterstützen. Wie groß ist der Kommunikationsbedarf in der aktuellen Krise? 

Hahn: Aus unserer Sicht kommt die Kommunikation mit den diversen Anspruchsgruppen eines Stadtwerks vor dem Hintergrund der zum Teil dramatischen Auswirkungen auf das Geschäftsmodell deutlich zu kurz. Um nur einige zu nennen: Die Gefahr einer Gasmangellage und von Lieferunterbrechungen besteht weiterhin. Energieimporteure müssen teureres Gas auf dem Markt kaufen, um Verträge gegenüber Stadtwerken und Industriekunden erfüllen zu können und geraten in finanzielle Schieflage. Vielen Unternehmen können angesichts der damit verbundenen Risiken keine neuen Lieferverträge angeboten werden. Einige Stadtwerke haben noch Lieferverpflichtungen zu geringeren Preisen für die Zukunft, diese Mengen aber noch nicht eingekauft. Das wird zu erheblichen Verlusten führen. Demgegenüber konnten andere Energieversorger dieses Jahr bereits bezogene und nicht benötigte Mengen wieder in den Markt mit guten Gewinnen zurück verkaufen.
 
energate: Sind die aktuellen Herausforderungen einerseits auf der Seite von Aufsichtsräten, andererseits bei Kundinnen und Kunden schon vollumfänglich angekommen?

Hahn: Die Herausforderungen sind zumindest in Teilen angekommen, nicht aber immer auch die Hintergründe und das Verständnis dafür. Im Fokus stehen für viele Unternehmen und Haushalte natürlich die deutlich höheren Kosten, die zu tragen sind und von denen manche nicht wissen, wie sie diese stemmen können. So haben seit März rund 3,6 Millionen Haushalte Preisanpassungsschreiben erhalten - zuletzt wohl mit Blick auf die Gasbeschaffungs- und Gasspeicherumlage zum 1. Oktober, wobei erstere mittlerweile ja schon wieder "einkassiert" wurde. Insgesamt zählt das Vergleichsportal Check 24 seit dem 1. März 2022 Preiserhöhungen in 972 Fällen. Im Durchschnitt betragen die Aufschläge 68,1 Prozent. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 1.250 Euro pro Jahr. Dabei wird es wohl nicht bleiben, die Preise - auch für Strom - werden weiter steigen, wenngleich sie phasenweise auch immer mal wieder fallen. Angekommen sind auch Stichworte wie "Übergewinne" der großen Energiekonzerne, die auf Demos oder in sozialen Medien auf Basis eines mehr oder wenigen gesunden Halbwissens beklagt werden.
 
energate: Wie kann es gelingen, die durchaus ja sehr komplexen Herausforderungen und Themen einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen?

Hahn: Aus unserer Sicht sollten die Herausforderungen zum Beispiel in Form strukturierter FAQ aufbereitet und im Gesamtkontext erläutert werden. Fragen die sich stellen sind unter anderem: Worin liegen die Gas- und Strompreissteigerungen begründet? Wieviel teurer sind die Preise und wie werden sie sich weiterentwickeln? Wie funktioniert die Merit Order? Welche Anpassungen werden gerade diskutiert? Warum finden Unternehmen keine neuen Lieferanten? Oder: Was hat es mit den Sicherheitsleistungen, die aktuell an den Energiebörsen hinterlegt werden müssen, auf sich? Wir als Conenergy Consult bieten hier pragmatische Unterstützung etwa in Form von Hintergrundgesprächen mit Aufsichtsratsgremien an - ein Format, das sich bei Bedarf auch auf die eigene Belegschaft übertragen lässt. Auch in der Kommunikation mit Kundinnen und Kunden stellen wir zum Beispiel einfach aufbereitete Factsheets zur Verfügung oder führen ein Coaching der Mitarbeitenden in Vertrieb und Kundenservice durch