2025 war für viele Wärmeversorger ein Jahr der strategischen Standortbestimmung. Transformationspläne und Machbarkeitsstudien sind von reinen Förderanträgen zu zentralen Entscheidungsgrundlagen geworden.
Seit Einführung der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) konnten wir bei con|energy consult bereits über 15 Projekte begleiten, bewerten und – nicht selten – auch relativieren. Einige Erkenntnisse auf Seite der Wärmequellen ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch die Projekte
Erneuerbare Wärmequellen: Verfügbarkeit schlägt Wunschdenken
Deutschland hat eine vielfältige Natur und zahlreiche geologische Besonderheiten. Was sich auf einschlägigen Tourismusportalen gut verkauft, wird für die Fernwärmeversorger eine enorme Herausforderung. Denn die Wahl der Wärmequellen entscheidet maßgeblich über marktfähige Wärmepreise und Wirtschaftlichkeit des Versorgers. Abgesehen von fester Biomasse wachsen EE-Quellen bekanntlich nicht auf Bäumen. Stattdessen werden Löcher gebohrt, Flüsse gestaut, Sonnenstrahlen gesammelt oder warme (Ab)Luft eingefangen. Die Wahl der Wärmequellen bestimmen Wirtschaftlichkeit und marktfähige Preise – echte Entscheidungsfreiheit ist selten.
Biomasse und thermische Abfallbehandlung liefern hohe Temperaturen, bringen aber regulatorische und wirtschaftliche Unsicherheiten mit sich. Abwärmenutzung ist bei den Städten gern gesehen, jedoch bei unsicheren Industrieperspektiven selten ein tragfähiges Fundament. Flüsse bieten hohe Entzugsleistungen, sind technisch bewährt und profitieren häufig von vorhandener (Kraftwerks-)Infrastruktur. Im ganzjährigen Betrieb stoßen die Anlagen aber wirtschaftlich an Grenzen, besonders durch schwankende Nutzungsgrade und reduzierte BEW-Betriebskostenzuschüsse. Solarthermie kann ein wichtiger Baustein sein, benötigt jedoch große Flächen und Speicher – in urbanen Räumen oft kaum verfügbar.
Klar ist: Wirtschaftlichkeit ergibt sich nicht aus Pauschalwerten. Jede Technologie braucht eine komponentenscharfe Bewertung – von der Quellenerschließung über den Wärmeerzeuger bis zum Stromnetzanschluss.
Positiv: Das BAFA schafft mit dem konsolidierten BEW-Merkblatt, dass seit Beginn dieses Jahres eingeführt worden ist, mehr Pragmatismus. Zudem gelten anders als zuvor, Power-to-Heat-Anlagen 2045 auch bei Netzstrombezug als klimaneutral.
Was folgt jetzt?
Nach der Strategie beginnt die Feinarbeit: Überführung in Wirtschafts- und Investitionsplanung, Abstimmung mit dem Controlling und Vorbereitung der Umsetzung. Gleichzeitig rückt das Preissystem stärker in den Fokus – mit kleinteiligeren Klauseln und häufigeren Anpassungen.
Der Transformationsplan ist nicht das Ende der Diskussion, sondern ihr strukturierter Anfang. Bereit, Ihre Fernwärmestrategie sicher und wirtschaftlich zu gestalten? Dann lassen Sie uns sprechen – wir zeigen Ihnen die beste Lösung für Ihren Standort.